Le Bois du Cazier : Von der Entstehung einer Zeche zu einer Kulturerbestätte
Die Ursprünge von Le Bois du Cazier
Die Geschichte der Zeche Le Bois du Cazier beginnt am 30. September 1822, als Eulalie Desmanet de Biesme durch einen königlichen niederländischen Erlass eine Steinkohlenkonzession erteilt wird. Diese Konzession in Marcinelle umfasst zwei kohlenreiche Wälder namens Bonbois und Hublinbut.
Die Entwicklung des Bergbaus
Die ersten Gesellschaften
Im Jahr 1861 wird eine Gesellschaft unter dem Namen der Eigentümer gegründet, die 1874 zur Société anonyme du charbonnage du Bois de Cazier wird. Trotz ihrer Rentabilität wird die Konzession 1898 wegen der Gefahr von Schlagwettern aufgegeben.
Übernahme und Expansion
Am 4. Februar 1899 kauft die S.A. des Charbonnages d’Amercoeur die Konzession auf. Im Laufe der Jahre vergrößert sich das Gelände:
- 1904 : Fusion mit der Konzession von Marcinelle-Sud
- 1910 : Hinzufügung der Konzession von Bois du Prince
- 1922 : Erweiterungen, die die Fläche auf 875 Hektar vergrößern
Die Katastrophe von 1956
Am 8. August 1956 ist Le Bois du Cazier Schauplatz der größten Bergbaukatastrophe in der belgischen Geschichte. Ein Brand fordert das Leben von 262 Bergleuten aus 12 verschiedenen Nationen. Dieses tragische Ereignis hat internationale Resonanz und führt zu einem Bewusstsein für die Arbeitsbedingungen in den Minen.
Le Bois du Cazier heute
Eine Kulturerbestätte
Heute ist Le Bois du Cazier seit 2012 eine UNESCO-Welterbestätte. Es beherbergt mehrere Museen, die von seiner reichen industriellen Vergangenheit zeugen:
Das Glasmuseum : Seit 2007 in der ehemaligen Lampenstube untergebracht
Der Bereich 8. August 1956 : Der Geschichte des Bergwerks und der Katastrophe gewidmet
Das Industriemuseum : Präsentiert die wichtigsten Industriezweige der Region
