In der Region Picardie, insbesondere um den Chemin des Dames in der Nähe von Soissons, bezeichnet der Begriff „Creute“ oder „Bove“ die zahlreichen Hohlräume, die seit Jahrhunderten in die dicken Kalksteinschichten der Hügel der Region gegraben wurden. Diese seit dem Mittelalter genutzten Hohlräume erlebten verschiedene goldene Zeitalter. Ursprünglich wurden sie wegen ihres Gesteins abgebaut, das für den Bau von Wohnhäusern, Monumenten oder später als Champignonzucht genutzt wurde. Während des Ersten Weltkriegs dienten zahlreiche Creutes den Kämpfern als Unterstände oder Unterkünfte. Ein vollständiger Innenausbau wurde dort von den verschiedenen Armeen eingerichtet: Schlafsäle, Gefechtsstände, Lazarette, Kapellen usw., manchmal begleitet von elektrischen und telefonischen Installationen. Die französischen, deutschen, britischen und amerikanischen Kämpfer hinterließen dort Graffitis, Skulpturen und Flachreliefs. In der Folge wurden die Creutes im Zweiten Weltkrieg in geringerem Maße wiederverwendet, wo die Soldaten erneut Spuren ihrer Anwesenheit hinterließen. Nach diesen beiden Kriegen und selbst heute noch wurde eine Minderheit von Betrieben wieder aufgenommen oder neu gegründet, um der steigenden Nachfrage nach Bausteinen gerecht zu werden oder um Champignons zu züchten. Trotzdem sind viele von den Soldaten hinterlassene Spuren erhalten geblieben. Deshalb wird der Begriff „Creute“ heute im kollektiven Gedächtnis hauptsächlich mit der Geschichte der Soldaten des Ersten Weltkriegs in Verbindung gebracht. Er bezeichnet alle unterirdische Steinbrüche entlang des „Chemin des Dames“, die während dieser turbulenten Zeit vom Militär besetzt waren.
