Die Grotten von Kanne befinden sich in Riemst, im Südosten der belgischen Provinz Limburg, direkt an der niederländischen Grenze, nahe Maastricht. Jahrhundertelang wurde hier in der Mergelregion unterirdischer Kalkstein abgebaut. So entstand hier in Kanne ein riesiges Netz von unterirdischen Stollen von fast 16 km Länge, in dem die Menschen noch heute arbeiten.
Im Volksmund spricht man von „Mergelgrotten“, aber fachlich ist dieser Begriff nicht korrekt. Mergel ist eigentlich ein weicher Kalkstein. Zudem handelt es sich nicht um natürliche Höhlen, sondern um künstliche Steinbrüche. Ein korrekterer Name ist daher „Kalksteinbruch“.
In diesem Untergrund ist es möglich, die lokalen landwirtschaftlichen Produkte im Bankettsaal zu verkosten. Es gibt dort auch eine authentische Champignonzucht.
Die Stollen wurden mit Sägen und Hacken in den Stein gehauen. Der abgebaute Stein diente dem Bau von Gebäuden.
Die Höhe dieser Stollen erreicht fast 8 Meter. Man erkennt dort die Spuren der Werkzeuge an den Wänden.
Der Kalkstein wurde in dieser Region bereits von den Römern abgebaut, um die landwirtschaftlichen Flächen zu düngen. Gegen das 14. Jahrhundert begann man, den unterirdisch abgebauten Kalkstein als Baustein zu verwenden.
Dieser Rundgang ist Teil des Katalogs der virtuellen Rundgänge durch das unterirdische Kulturerbe.
