Luftschutzbunker sind Bauwerke, die Schutz vor äußeren Gefahren wie Bombardierungen sowie nuklearen, biologischen oder chemischen Bedrohungen bieten sollen. Ihre Hauptfunktion besteht darin, Menschen im Notfall eine sichere Zuflucht zu bieten.
Luftschutzbunker
Ein Luftschutzbunker, der in der französischen Hauptstadt sehr verbreitet ist, ist ein Bauwerk, das Schutz vor Luftangriffen wie Bombardierungen, Raketenangriffen oder Fliegerangriffen bieten soll. Diese Schutzräume sind speziell so konstruiert, dass sie den durch Luftangriffe verursachten Explosionen und herumfliegenden Trümmern standhalten und so den Menschen in Zeiten von Konflikten oder Krisen eine sichere Zuflucht bieten. Sie können speziell unter der Erde aus Stahlbeton errichtet, nach einer Sicherung in ehemaligen unterirdischen Steinbrüchen eingerichtet, in bestehende Gebäude integriert oder auch eigenständige Bauwerke sein. Sie sind in der Regel mit Belüftungssystemen, Luftfiltration und Notstromaggregaten ausgestattet, um im Notfall eine längere Autonomie zu gewährleisten.
Deckungsgraben
Während des Ersten Weltkriegs veranlasste die Zivilschutzorganisation den Bau und die Einrichtung von Deckungsgräben in Form von Stollen. Die Gräben mit einer Breite von 1,5 bis 1,8 Metern und einer Höhe von 2 Metern waren mit einer Stahlbetondecke abgedeckt, auf der einfach eine bis zu 50 Zentimeter dicke, manchmal begrünte Erdschicht aufgetragen war.
Dieses System war in Paris sowie im ehemaligen Département Seine (außerhalb der Hauptstadt) vorhanden und umfasste insgesamt mehr als 73 km Stollen, die fast 300.000 Menschen aufnehmen konnten.
Da die Bedrohung real und Arbeitskräfte dank der für diese Arbeiten mobilisierten Soldaten und Pfadfinder reichlich vorhanden waren, weitete sich das Netz schnell aus.
Halbunterirdischer Bunker
- Winkel-Bunker
Auch bekannt unter dem Namen Betonzigarren oder Zuckerhüte, sind diese von Leo Winkel entworfenen halbunterirdischen Bunker nur wenig verbreitet. Ab 1937 soll es ausschließlich in Deutschland rund 200 solcher Bauten gegeben haben. Das spitze und stark geneigte Dach sollte Bomben eine geringe Angriffsfläche bieten und im Falle eines Aufpralls dafür sorgen, dass die Bombe möglichst ohne zu explodieren abgleitet. Im Durchschnitt haben Winkel-Bunker eine Höhe von 23 m und einen Basisdurchmesser von 11,5 m. Das Innenvolumen des Winkelturms war in neun Stockwerke unterteilt: zwei unterirdische und sieben oberirdische. Ganz unten war die Unterbringung einer Filteranlage und anderer lebenserhaltender Systeme vorgesehen. Der Rest war für die Sitzplätze der Personen gedacht. Die Wendeltreppen befanden sich im Zentrum des Turms. Berichte über das Ausbleiben schwerer Schäden an diesen Luftschutzbunkern deuten auf eine hohe Wirksamkeit dieser Schutzmaßnahme hin.
Bunker im Fels
Unterirdische Steinbrüche wurden während des Krieges aus mehreren Gründen in großem Umfang als Zufluchtsorte genutzt. Im Gegensatz zu Luftschutzbunkern, die speziell gebaut oder verstärkt wurden, um Bombardierungen standzuhalten, bestand das Ziel dieser Steinbrüche darin, eine sofortige und kostengünstige Schutzlösung zu bieten, insbesondere weit entfernt von den Großstädten.
Zunächst einmal handelt es sich bei Kalkstein- oder Gipsbrüchen um weiche und leicht abzubauende Materialien, was in vielen Regionen (Île-de-France, Normandie usw.) zur Entstehung ausgedehnter Netze unterirdischer Steinbrüche führte. Diese Steinbrüche lagen oft in erheblicher Tiefe unter der Oberfläche und boten so einen natürlichen Schutz vor Luftangriffen und Bodenangriffen.
Diese Steinbrüche befanden sich am Rande der Großstädte und boten der Zivilbevölkerung eine nahe gelegene Zuflucht. Ihre Fläche ermöglichte es, eine große Anzahl von Menschen aufzunehmen und über lange Zeiträume hinweg einen sicheren Schutzraum zu bieten.
Darüber hinaus waren die unterirdischen Steinbrüche in der Regel gut belüftet, was den Insassen das Atmen erleichterte und die Risiken von Erstickung oder Luftverschmutzung verringerte.
Diese unterirdischen Schutzräume waren rudimentär und feucht, boten jedoch bei Luftangriffen einen nahen und wirksamen Schutz, selbst über mehrere Tage hinweg. Aus diesem Grund ist es durchaus möglich, neben den von Pilzzüchtern hinterlassenen Graffiti auch Kohle- oder Kreidezeichnungen zu finden, die von den Menschen hinterlassen wurden, die diese Orte nutzten. Diese Graffiti stellen Szenen aus ihrem Alltag oder außergewöhnlichere Ereignisse dar, wie etwa Fallschirmjäger an den Landungsstränden oder Bomber.
