Der südlichste Punkt Maltas
Bengħajsa bildet den Südarm der Bucht von Marsaxlokk bei Birżebbuġa. Es ist die südlichste Spitze der maltesischen Inseln.
Zwischen 1910 und 1912 errichteten die Briten dort ein Fort. Fort Bengħisa war das letzte maltesische Werk nach polygonalem Grundriss und zugleich das größte: rund 45 000 Quadratmeter. Es ergänzte eine Kette zum Schutz des Hafens von Marsaxlokk, zusammen mit den Forts Delimara, Tas-Silġ und San Lucian sowie den Batterien Pinto und Ferretti.
1956 wurde die Küstenartillerie abgeschafft. Bengħisa und Fort St Rocco blieben als einzige noch eine Weile bestückt. 1960 waren alle Geschütze entfernt.

Eine Station, die mit fünf Ländern sprach
Die Sendestation ging Anfang der 1940er Jahre in Betrieb. Sie sendete nicht für die Öffentlichkeit: Es war eine militärische Sendestelle, ein Glied im britischen Netz über das Mittelmeer.
Die Funktelegrafie arbeitete auf zwei Wegen. Zunächst von Punkt zu Punkt auf den Kurzwellenbändern, zwischen Malta, dem Vereinigten Königreich, Zypern, Tripolis, Bengasi und Gibraltar. Sodann vom Boden zur Luft, mit Langstreckenflugzeugen.
Drei Betriebsarten liefen nebeneinander: Morsetelegrafie, Fernschreiber und Sprechfunk. Zur Anlage gehörten außerdem ein Mittelwellen-Funkfeuer und mehrere Antennenbauarten.

Unter Tage, rund um die Uhr
Die unterirdischen Räume teilten sich die Aufgaben: Generatorraum, Senderaum, Werkstätten, Pumpenraum. Ein kleines Unterkunftsgebäude an der Oberfläche beherbergte das Personal auf dem Antennenfeld.
Die Station lief vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Zunächst betrieb sie die Royal Air Force allein: Zwischen 1940 und 1960 war dort ausschließlich britisches Personal stationiert.
Anfang der 1960er Jahre stieß das Personal der RAF Malta zu den britischen Mannschaften. Mehrere maltesische Ziviltechniker arbeiteten ebenfalls für die RAF auf dem Gelände.


Januar 1979
Im Januar 1979 stellte die Station den Sendebetrieb ein. Zwei Monate später, am 31. März, verließen die letzten britischen Truppen Malta, am Ende eines bis dahin verlängerten Pachtvertrags. Malta machte daraus den Tag der Freiheit, Jum il-Ħelsien.
Bengħajsa endete somit aus demselben Grund wie das Kraftwerk Corradino, im selben Jahr. Zwei unterirdische Anlagen — die eine erzeugte den Strom, die andere trug die Stimme — gehören zur selben Seite, die umgeblättert wurde.

Was geblieben ist
Das Gelände untersteht heute den Malta Air Traffic Services und ist nur befugten Personen zugänglich.
Die Ausrüstung steht noch: Teile des alten Maschinenraums, Sendetechnik, Werkzeug der Werkstätten. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, das Metall hat stark gelitten. Nach mehr als achtzig Jahren hat der Rost fast alles erfasst.


Diese Fotografien gehören zum Bestand der Fotografien des unterirdischen Erbes.
