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Museum des Salzbergwerks Wieliczka

Die jahrtausendealte Geschichte des Salzbergwerks Wieliczka

Die mittelalterlichen Ursprünge von Wieliczka

Die Geschichte von Wieliczka reicht bis ins Mittelalter zurück und ist eng mit dem ältesten Salzunternehmen verbunden, das jemals auf polnischem Gebiet gegründet wurde. Der lateinische Begriff Magnum Sal, was „großes Salz“ [Wielka Sól] bedeutet und der Ursprung des Namens der Stadt ist, tauchte erstmals in den Jahren 1123–1125 auf. Im Jahr 1290 verlieh Herzog Przemysław II. Wieliczka die Stadtrechte.

Die Legende der heiligen Kinga

Der Legende nach verdankt Wieliczka die Entdeckung der Steinsalzlagerstätten der heiligen Kinga, der Schutzpatronin der Salzbergleute. Die Tochter des Königs von Ungarn soll ihren Verlobungsring in einem ungarischen Salzbergwerk verloren haben, der dann auf wundersame Weise im ersten in Wieliczka abgebauten Salzblock wiedergefunden wurde.

Die Entwicklung der Abbautechniken

Die rudimentären Anfänge

Bis zum 15. Jahrhundert erfolgte der Abbau vollständig von Hand. Die Bergleute gruben niedrige Gänge auf der Suche nach verwertbarem Salz, woraufhin die Hauer die Stollen erweiterten und die Salzblöcke abbauten.

Die Einführung von Pferden und die Mechanisierung

Im 16. Jahrhundert begannen Pferde, die Bergleute zu unterstützen, indem sie das Salz in Wagen zogen und neue Fördermaschinen antrieben. Das Bergwerk wurde schrittweise mechanisiert und entwickelte sich zu einem der größten Unternehmen Europas.

Das Bergwerk während des Zweiten Weltkriegs und der kommunistischen Ära

Der Zweite Weltkrieg verursachte keine größeren Schäden an den Bergwerken. Unter dem kommunistischen Regime erlebte das Bergwerk eine vollständige Mechanisierung und eine erhebliche Steigerung des Abbaus, wobei es sich über 240 km Stollen auf neun Sohlen erstreckte.

Die Schließung des Bergwerks und seine touristische Umnutzung

Im Jahr 1996 wurde der Abbau von Steinsalz zu kostspielig und das Bergwerk wurde geschlossen. Seitdem hat es sich dem Tourismus zugewandt und bietet Besuchern ein einzigartiges Erlebnis in seinen unterirdischen Stollen.

Die unterirdischen Wunder von Wieliczka

Ein beeindruckendes unterirdisches Labyrinth

Das Bergwerk erstreckt sich über neun Sohlen und erreicht eine Tiefe von 327 Metern, mit etwa 300 km Stollen und 3000 Kammern für verschiedene Zwecke.

Die große Kapelle der heiligen Kinga

Die in 101 Metern Tiefe errichtete Kapelle der heiligen Kinga ist ein Meisterwerk der Salzbildhauerei, das ab 1896 von autodidaktischen Bergleuten geschaffen wurde. Zusammenfassend bietet das Salzbergwerk Wieliczka ein außergewöhnliches Zeugnis der Industrie- und Kulturgeschichte Polens und verwandelt eine Abbaustätte in ein lebendiges Museum und eine weltberühmte Touristenattraktion.

Ein großer Kronleuchter erhellt den Altar und die Salzskulpturen in der Sankt-Kinga-Kapelle
Die majestätische Kapelle der heiligen Kinga ist ein unterirdisches Juwel des Salzbergwerks Wieliczka in Polen. Diese vollständig von Bergmannskünstlern in das Salz gehauene unterirdische Kathedrale zeugt von der Hingabe und dem künstlerischen Talent der Bergleute. Ihre Salzskulpturen, Flachreliefs und Kronleuchter aus Salzkristallen schaffen in 101 Metern Tiefe eine einzigartige und ätherische Atmosphäre.
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