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Virtueller Rundgang durch das Medici-Aquädukt

Südlich von Paris existiert seit 1623 ein Schatz der Wasserbaukunst in Form eines Aquädukts, das größtenteils unter der Erde verborgen ist.

Die Geschichte dieses Bauwerks beginnt mit der Regierungszeit von Heinrich IV. (1553–1610), der vor einer entscheidenden Herausforderung stand: der unzureichenden Wasserversorgung des linken Seine-Ufers in Paris. Um Abhilfe zu schaffen, entwarf er verschiedene Lösungen, darunter die berühmte Samaritaine-Pumpe, eine dreistöckige Konstruktion, die täglich bis zu 700 m³ Wasser fördern konnte. Diese Bemühungen erwiesen sich jedoch als unzureichend.

Der König erwog daraufhin, die Quellen von Rungis wieder zu aktivieren, und erinnerte damit an die Existenz eines alten Aquädukts aus gallorömischer Zeit, des „Lutetia-Aquädukts“, das einst Paris mit Wasser versorgte, bevor es während der Völkerwanderung aufgegeben wurde.

Leider wurde Heinrich IV. tragisch ermordet, bevor seine Pläne verwirklicht werden konnten. Es lag an Maria von Medici, der Regentin, seine Ambitionen weiterzuverfolgen.

Sie übernahm daher 1614 das Projekt und leitete den Bau eines hauptsächlich unterirdischen Aquädukts. Auf einer Länge von 14 km bestand das Ziel darin, das Wasser von Rungis zum Palais du Luxembourg zu transportieren, das ebenfalls unter der Schirmherrschaft von Maria von Medici errichtet wurde.

Dieses bemerkenswerte Bauwerk besteht aus 28 Kontrollschächten, die in Abständen von 500 Metern entlang des Aquäduktverlaufs Zugangspunkte zu den unterirdischen Stollen für die Wasserkontrolle bieten. Ein zentrales Becken fördert die Sauerstoffanreicherung des Wassers und die Sedimentation von Verunreinigungen.

Ein Abschnitt des Aquädukts (vom Kontrollschacht Nr. XI bis zum Kontrollschacht Nr. XIII) tritt offen zutage und überquert das Tal der Bièvre an seiner schmalsten Stelle, dort, wo die Römer ihre Brücke für das Lutetia-Aquädukt errichtet hatten, was die historische Kontinuität dieses wertvollen Wassernetzes unterstreicht.

Zusammenfassend stellt dieses oft verkannte Aquädukt ein Erbe des königlichen Scharfsinns und der Beharrlichkeit bei der Lösung der Probleme der Wasserversorgung der Hauptstadt dar.

Der virtuelle Rundgang beginnt am ersten Kontrollschacht in Rungis und führt weiter in Richtung Paris.

Dieser Rundgang ist Teil des Katalogs der virtuellen Rundgänge durch das unterirdische Kulturerbe.

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