Die Andra (Nationale Agentur für die Entsorgung radioaktiver Abfälle) hat zum Ziel, die tiefe geologische Lagerung für mittelradioaktive, langlebige und hochradioaktive Abfälle zu realisieren.
Seit den 90er Jahren hat die Andra daher ein umfassendes Untersuchungsprogramm namens Cigéo (Industrielles Zentrum für geologische Lagerung) in Bure in der Region Meuse ausgearbeitet.
Das Ziel des CIGEO-Projekts ist es, radioaktive Abfälle sicher zu lagern, und zwar in einer Tiefe von etwa 500 Metern in einer stabilen Tonschicht namens Callovo-Oxfordium. Die Abfälle werden in Behältern aus Stahl und Beton gelagert, die in unterirdischen Stollen untergebracht sind.
Seit seinem Beginn war das Projekt Gegenstand zahlreicher Studien und öffentlicher Konsultationen. Die Projektgegner haben Bedenken hinsichtlich der langfristigen Sicherheit der Lagerung radioaktiver Abfälle und der potenziellen Umweltauswirkungen geäußert.
Befürworter des Projekts argumentieren jedoch, dass die tiefe geologische Lagerung die beste Option für die langfristige Entsorgung radioaktiver Abfälle ist, da sie Schutz vor Leckagen und Naturkatastrophen bietet.
Das CIGEO-Projekt läuft noch und steht weiterhin im Fokus der Öffentlichkeit, der Medien und der Regierungen in Frankreich. Es ist wichtig zu erwähnen, dass das Gesetz von 2006 für diese Art der Lagerung eine Reversibilität von mindestens einem Jahrhundert vorschreibt.
Sollte die Andra die erforderliche Genehmigung erhalten, CIGEO würde verschiedene unterirdische Bauwerke mit spezifischen Funktionen umfassen. Einerseits würden Verbindungsbauwerke zwischen Oberfläche und Untergrund den Transport von Behältern, Arbeitern und Materialien ermöglichen. Sie würden auch die Belüftung und den Abtransport des ausgehobenen Tons übernehmen. Andererseits würden Verbindungsstollen diese Bauwerke mit den Lagerbereichen verbinden. Schließlich wären die Lagerbereiche selbst mit Zugangsstollen und Einlagerungszellen ausgestattet.
Jedes Bauwerk weist eigene geometrische Merkmale sowie spezifische Bau- und Betriebsmodalitäten auf. Beispielsweise könnte der Durchmesser zwischen 0,7 m für die Zellen für hochradioaktive Abfälle und über 10 m für die Zellen für langlebige mittelradioaktive Abfälle variieren. Die Zellen für hochradioaktive Abfälle würden mit einer Metallauskleidung versehen, um den Einbau und den eventuellen Rückholvorgang der Behälter zu erleichtern. Die anderen Bauwerke würden mit zementösen Auskleidungen versehen, wobei spezifische Vortriebsmethoden wie die Tunnelbohrmaschine für die Schrägstollen und die Teilschnittmaschine für die Logistikbauwerke zum Einsatz kämen.
Mehr als 2 Kilometer Stollen wurden bisher vorgetrieben, was eine eingehende Untersuchung des Tragverhaltens und einen Vergleich zwischen verschiedenen Vortriebstechniken ermöglichte. Das Hauptziel bestand darin, die Wechselwirkung zwischen dem Gebirge und dem Bauwerk zu beherrschen, was ein tiefes Verständnis des Verhaltens sowohl des Gesteins als auch des Bauwerks selbst sowie der für dessen Errichtung angewandten Methode erforderte.
Jedes für die Konsolidierung dieser Stollen verwendete Produkt ist Gegenstand einer eingehenden Untersuchung seiner Integrationsmethoden. Der Einbau dieser Auskleidungen erfordert eine sorgfältige Berücksichtigung des Bauablaufs. Er berücksichtigt die Sicherheit, die Homogenität des Endprodukts, technologische Zwänge sowie die Kostenoptimierung.
Nehmen wir zum Beispiel das kompressible Monoblock-Tübbing VMC® (Andra/CMC).
Der VMCⓇ-Tübbing ist ein zweischichtiges Element. Seine Besonderheit liegt in der Integration einer kompressiblen Schicht auf seiner Außenfläche. Sie besteht aus einem Agglomerat von Schalenelementen aus dem Callovo-Oxfordium. Diese stammen aus dem Aushub, werden aufbereitet und anschließend gebrannt. Sie werden dann durch eine Zementschlämme namens „Barbotine“ miteinander verbunden.
Fazit:
Die Andra verfügt nun über fundierte Kenntnisse über die technische Machbarkeit und das Verhalten von kompressiblen Ausbauten und Auskleidungen. Die im Stollenmaßstab durchgeführten Versuche belegen deren Wirksamkeit. Sie begrenzen die Kraftübertragung in die Betonauskleidungen. Es wurden spezifische Techniken entwickelt, die an konventionelle Vortriebsmethoden und die Tunnelbohrmaschine angepasst sind.
Dieser Rundgang ist Teil des Katalogs der virtuellen Rundgänge durch das unterirdische Kulturerbe.
