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Bergbaumuseum Saint-Étienne

Der Schacht Couriot: Eintauchen in die Bergbaugeschichte von Saint-Étienne

Einführung: Ein Museum im Herzen der Industriegeschichte

Im Herzen von Saint-Étienne bietet der Schacht Couriot (Bergbaumuseum) ein Eintauchen in die unterirdische Welt, die die Geschichte der Region geprägt hat. Dieses unter Denkmalschutz stehende Museum befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen, 1973 geschlossenen Schachtes Couriot und zeichnet sechs Jahrhunderte Kohleabenteuer nach.

Die Konzession von Beaubrun: Geburt eines Bergbauimperiums

Die am 10. August 1825 erteilte Konzession von Beaubrun in Saint-Étienne West markiert den Beginn einer bedeutenden industriellen Ära. Sie ging 1845 in die Verwaltung der Compagnie des Mines de la Loire über, wurde 1854 geteilt und schließlich 1893 vollständig von der Société des Mines de la Loire erworben. Diese Gesellschaft besaß damals sechs Konzessionen mit einer beeindruckenden Fläche von 2321 Hektar und geschätzten unterirdischen Ressourcen von 200 Millionen Tonnen bis in eine Tiefe von 1200 Metern.

Die Entwicklung der Schächte: Von Chatelus bis Couriot

Die ersten Schächte: Chatelus I und II

Die Konzession verfügte anfangs über drei Schächte:

  • Der Schacht Chatelus I, der 1850 gegraben und 1867 in Betrieb genommen wurde, wurde 1887 nach einer tragischen Schlagwetterexplosion geschlossen.
  • Der Schacht Chatelus II, der 1870 abgeteuft wurde, blieb lange Zeit als einziger in Betrieb.

Die Entstehung des Schachtes Couriot

Angesichts der Krise erwog die Leitung die Wiederinbetriebnahme des Schachtes Chatelus I und die Modernisierung des Schachtes Chatelus II. Der visionäre Ingenieur Henri Couriot entschied sich jedoch für eine ehrgeizigere Lösung: den Bau eines neuen Schachtes, Chatelus III, der zum berühmten Schacht Couriot werden sollte. Mit einer beeindruckenden Tiefe von 727 Metern etablierte er sich schnell als der modernste und produktivste Schacht des Reviers, aus dem täglich bis zu 3000 Tonnen Kohle gefördert wurden.

Der Schacht Couriot im Wandel der Zeiten

Der Zweite Weltkrieg: Widerstand und Produktion

Während des Zweiten Weltkriegs war der Schacht Couriot, obwohl er von den Bombardierungen kaum betroffen war, gezwungen, die deutschen Kriegsanstrengungen zu unterstützen. Diese dunkle Periode seiner Geschichte zeugt von der Widerstandskraft der Bergleute von Saint-Étienne.

Die Nachkriegszeit: Wiederaufbau und Verstaatlichung

Nach der Befreiung spielte der weiterhin betriebsbereite Schacht Couriot eine entscheidende Rolle beim Wiederaufbau Frankreichs. Die kurz darauf folgende Verstaatlichung der Kohlebergwerke markierte eine Wende in der Verwaltung des Standorts.

Niedergang und Schließung

Der allmähliche Niedergang des Bergbaus zeigte sich in der Stilllegung des Kraftwerks und der Kokerei Anfang der 1950er Jahre, gefolgt von der Kohlewäsche im Jahr 1965. Das Jahr 1969 brachte den endgültigen Abriss von Chatelus I, dem Symbol für das Ende einer Ära. Schließlich wurde am 5. April 1973 ein Teil des Standorts Couriot demontiert, was das Ende des Bergbaus an dieser historischen Stätte markierte.

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