Das Bergwerk Guido: Eine Reise in die Bergbaugeschichte von Zabrze
Die vielversprechenden Anfänge (1855–1860)
Das Bergwerk Guido, das am 2. Oktober 1855 von Graf Guido Henckel von Donnersmarck gegründet wurde, erstreckte sich über eine Fläche von 1,03 km² an der Grenze zwischen Dorotheendorf und Makoschau. Trotz schwieriger Anfänge, die von Wassereinbrüchen und einer tektonischen Störung geprägt waren, wurde der Schacht Concordia (später in Guido umbenannt) im Jahr 1859 erfolgreich abgeteuft und erreichte eine Tiefe von 97 Metern.
Herausforderungen und Beharrlichkeit (1860–1887)
Der Bergbau begann im Jahr 1860 in einer Tiefe von 80 Metern und war mit geologischen Störungen konfrontiert. Um den Betrieb und die Entwässerung zu finanzieren, schloss sich Donnersmarck mit der Oberschlesischen Eisenbahngesellschaft zusammen. Im Jahr 1870 erreichte der Schacht eine Tiefe von 170 Metern, und die Förderung wurde 1872 mit einer Dampffördermaschine wieder aufgenommen.
Unter staatlicher Verwaltung (1887–1962)
Im Jahr 1887 wurde das Bergwerk aufgrund finanzieller Schwierigkeiten an den preußischen Staatsschatz verkauft und in das staatliche Bergwerk „Królna Luiza“ eingegliedert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte eine Modernisierung mit der Installation einer elektrischen Fördermaschine und eines stählernen Förderturms. Der Abbau ging jedoch allmählich zurück, bis das Bergwerk 1962 geschlossen wurde.
Kulturelle Renaissance (1982–heute)
Im Jahr 1982 wurde ein Teil des Bergwerks zum „Museum Guido Miner“. Im Jahr 2007 wurde es als unabhängige Kultureinrichtung gegründet und fusionierte 2013 mit dem Kohlebergbaumuseum in Zabrze zum heutigen Kohlebergbaumuseum.
Der Museumsbesuch
Besucher können heute in einem echten Schacht 320 Meter unter die Erde fahren (eine Seltenheit in europäischen unterirdischen Museen – Atmosphäre garantiert). Die Route umfasst historische Stollen und Kohleflöze.
