Die Schwefel- und Gipshöhle in Sizilien erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 140 m in Kalksteinen messinischen Alters (Obermiozän: zwischen 5,97 und 5,33 Ma) und zeichnet sich durch das spektakuläre Vorkommen von Konkretionen und Kristallen aus gediegenem Schwefel und sekundärem Gips aus. Der Schwefel findet sich an Wänden und Decke in Form von bis zu 1 cm langen Kristallen und von einen Zentimeter dicken mikrokristallinen Konkretionen. Der Gips tritt als nadelige, prismatische und faserige Kristallaggregate auf, die aus bis zu 3 cm langen Kristallen bestehen.
Eine durch Säure entstandene Höhle
Die Höhle weist Karstformen auf, die auf den Säureangriff auf den Kalkstein zurückgehen und nicht auf die übliche Lösung durch fließendes Wasser. Ein nahezu stehender Grundwasserspiegel im System hat vermutlich die Prozesse von Verdunstung/Kondensation und Korrosion/Ausfällung begünstigt, auf die die Mineralisation von gediegenem Schwefel und Gips im Inneren der Höhle zurückgehen dürfte.
Der Gips entstand durch Kondensationskorrosion der Schwefelsäure an den Höhlenwänden, während sich die Schwefelkonkretion sehr wahrscheinlich dort bildete, wo H₂S und CO₂ unter der Wasseroberfläche ausgasten, wobei das H₂S teilweise zu Schwefel oxidierte.
Wegen der weit verbreiteten spektakulären Krusten aus Schwefel- und Gipskristallen ist die Höhle ein seltenes und wertvolles Geotop, das es aktiv zu schützen und zu bewahren gilt.
Die Schwefelhöhle in Bildern
Dieser Rundgang ist Teil des Katalogs der virtuellen Rundgänge durch das unterirdische Kulturerbe.