Das Bergwerksmuseum Le Molay-Littry (Calvados) erzählt vom Kohleabbau, der 1741 in Littry entdeckt wurde und die Region nachhaltig geprägt hat. Vor Ort verbindet der Besuch oberirdische Überreste, technische Objekte und das Eintauchen „unter Tage“.
Ein normannisches Kohlebecken
Die Geschichte beginnt im 18. Jahrhundert nach der Entdeckung eines Kohleflözes im Jahr 1741 und der anschließenden Gründung der Compagnie des Mines de Littry im Jahr 1747. Auf ihrem Höhepunkt um 1840 beschäftigte die Mine fast 950 Arbeiter, bevor ein Niedergang 1879 zur Auflösung der Gesellschaft und 1880 zur Schließung und Flutung der Schächte führte. Das Museum knüpft direkt an diese Bergbauvergangenheit an und befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Grube Frandemiche, einem der Hauptschächte des Beckens.
Was es im Museum zu sehen gibt
Das Bergwerksmuseum Le Molay-Littry wurde 1907 eingeweiht und gehört zu den ältesten Bergbaumuseen Frankreichs. Der Rundgang konzentriert sich auf zwei Hauptthemen: die Geschichte des Abbaus im 18. und 19. Jahrhundert und die Entwicklung der Bergbautechnik bis um 1960. Zu den Höhepunkten gehören:
- Die Dampfmaschine der Gebrüder Périer (im Museum installiert, mit der Kohleförderung verbunden), die als Einzelstück in Frankreich präsentiert wird.
- Ein rekonstruierter Stollen (ca. 70 m), um den Grubenausbau, die Dimensionen und die Arbeitsbedingungen hautnah zu verstehen/
- Ein der heiligen Barbara gewidmeter Raum mit einem Altarbild aus dem frühen 19. Jahrhundert, ein seltenes ikonografisches Zeugnis der lokalen Bergbauwelt.
